Eine Würdigung der »Gänsemarktoper« steht als zweite Premiere der neuen Saison im Oktober 2011 auf dem Spielplan: Mit Georg Philipp Telemanns
»Flavius Bertaridus« wird ein Werk eines des prominentesten Vertreters der »Gänsemarktoper« aufgeführt, dessen Schaffen Hamburg zu einem führenden musikalischen Zentrum der Barockzeit machte. Auch das Werk Johann Matthesons ist mit der Gänsemarktoper eng verbunden, seine Oper
»Cleopatra« wird als neue Produktion des Internationalen Opernstudios im Juni 2012 den Saisonabschluss bilden. In die Gegenwart des Musiktheaters führt am
15. Januar 2012 die Hamburger Erstaufführung von Aribert Reimanns
»Lear«.
Das Begleitprogramm zeichnet in Konzerten, Diskussionsrunden, einem Thementag und Vorträgen die künstlerische Historie von Deutschlands erstem öffentlichen Opernhaus durch die Jahrhunderte nach. Operndirektor Francis Hüsers freut sich auf die Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart: »Die Staatsoper Hamburg unter der Leitung von Simone Young bietet in ihrem Programm Opern in Neuinszenierungen aus allen Epochen ihrer eigenen Geschichte beziehungsweise der gesamten Opernliteratur – also vom Barock über das Kernrepertoire von Klassik, Romantik und klassischer Moderne bis zum zeitgenössischen Musiktheater, das dann wenigstens vereinzelt auch Uraufführungen hier am Haus einschließt. Für die gegenwärtige kulturpolitische Diskussion, die immer wieder auch nach der Legitimation der teuren, von Steuergeldern geförderten Kunstform Oper fragt, hat diese Programmatik Bedeutung, weil wir damit ein kulturelles Erbe im kollektiven Bewusstsein wach halten und aktiv fortschreiben, das in Inhalt und Ausdrucksform – man könnte auch sagen: politisch und ästhetisch – Vorbedingung und Referenzpunkt für die ganz aktuelle Frage ist, welche Werte in unserer heutigen Gesellschaft gelten sollen«, sagt er.