Staatsoper Hamburg

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Das erste Haus an der Dammtorstraße



1827 hat der alte Holzbau am Gänsemarkt ausgedient. Mit Goethes »Egmont« und der dazugehörigen Schauspielmusik von Ludwig van Beethoven wird das neue »Stadt-Theater« nach Plänen Carl Friedrich Schinkels am 3. Mai 1827 am Platz der heutigen Staatsoper in der Dammtorstraße eröffnet. Die Akustik des neuen Stadt-Theaters setzt ebenso wie das Fassungsvermögen von 2.800 Personen neue Maßstäbe.

Solchermaßen gerüstet kann Hamburg gut auf dem internationalen Opern-Parkett mitspielen. Zu den herausragenden Ereignissen der nächsten Jahrzehnte gehören Wilhelmine Schröder-Devrients Gastspiel in Beethovens »Fidelio« (1832), die Aufführung der »Vestalin« von Gasparo Spontini unter der Leitung des Komponisten (1834), die Konzerte von Niccoló Paganini (1830) und Franz Liszt (1840) sowie die Auftritte der »schwedischen Nachtigall« Jenny Lind. Letztere sorgt für einen emotionalen Taumel, wie man ihn wohl kaum an einem hanseatischen Publikum zuvor gesehen hat.

Im Jahr 1844 geben sich mit Richard Wagner und Giuseppe Verdi zwei Komponisten »die Klinke in die Hand«, die mit ihren Werken musikalisch die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wesentlich prägen werden: Wagner inszeniert und dirigiert seinen »Rienzi« und mit »Nabucco« wird erstmals eine Oper von Verdi in Deutschland auf die Bühne gebracht.

Nicht nur Erfolge kennzeichnen die Geschichte der Oper in dieser Zeit. Immer wieder steht das Haus kurz vor dem finanziellen Ruin. Als Retter in der Not erweist sich Bernhard Pollini. Der routinierte Theaterdirektor übernimmt 1873 die Führung des Hauses. Er setzt es durch, dass das Theater erstmals Gelder von der öffentlichen Hand erhält. Unter seiner Leitung wird die Aufführungstradition von Opern Verdis und Wagners mit »Aida« (1876) und dem »Ring des Nibelungen« (1878) fortgesetzt. Auch die deutsche Erstaufführung von Verdis »Otello« und Tschaikowskys »Eugen Onegin« (1892) findet in Hamburg statt. Eine glückliche Hand hat Pollini auch mit den musikalischen Leitern. Nach Hans von Bülow (1887-1890) übernimmt Gustav Mahler 1891 für sechs Jahre die musikalische Leitung. Mahler macht die Oper mit dreizehn Ur- und Erstaufführungen in der Saison 1896/97 zu einem musikalischen Zentrum von Rang.


















Neubau des Stadt-Theaters in der Dammtorstraße (1826/27) von Carl L. Wimmel unter der Verwendung von Plänen Karl F. Schinkels.


Der Zuschauerraum der Hamburgischen Staatsoper wurde 1826 erbaut. Er brannte 1943 nach einem Bombenangriff vollständig aus, der Eiserne Vorhang rettete damals das Bühnenhaus.

Die Hamburgische Staatsoper (ehemals "Stadt-Theater") an der Dammtorstraße mit neuer Fassade und Attika von 1874. Das neue Bühnenhaus wurde 1925/26 erbaut und steht noch heute.