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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg Keyvisual


 
Richard Wagner

Tannhäuser

Letzte Aufführung
MI, 22.05.2013 18:00 Uhr


ERSTER AKT

Das Innere des Venusberges. Paare feiern ein großes Bacchanal. Der Minnesänger Tannhäuser, dorthin geflüchtet vor der geistigen Enge und Selbstgerechtigkeit der Wartburgwelt, ist noch im Banne der Venus. Er erinnert sich der irdischen Dinge und sehnt sich zurück auf die Erde. Venus wirft ihm Treulosigkeit vor und versucht, sein verwirrtes Gemüt zu besänftigen. Doch Tannhäuser lässt sich nicht beruhigen; er strebt nach Freiheit, und obwohl ihn die Liebesgöttin nicht versteht, gibt sie ihm den Weg frei. Ihn begleitet jedoch ihr Fluch, dass der ganzen Menschheit ein freudloses Leben beschert sei, wenn er nicht zurückkehre. Tannhäuser findet sich auf der Erde wieder. Ein Hirt singt, Pilger ziehen vorbei. Der Landgraf kommt mit seiner Jagdgesellschaft, darunter die anderen Minnesänger. Wolfram von Eschenbach erkennt den lange vermissten Freund, und ungeachtet der Skepsis der anderen begrüßt ihn der Landgraf und heißt ihn im alten Kreise willkommen. Doch Tannhäuser will weiterziehen, mit der Wartburg hat er nichts mehr im Sinn. Den Ausschlag gibt schließlich die Erwähnung Elisabeths, die sehnsuchtsvoll auf seine Rückkehr warte.
Die Jagdgesellschaft mit Tannhäuser bricht auf.

ZWEITER AKT

Die Sängerhalle auf der Wartburg. Erstmals nach langer Zeit betritt Elisabeth wieder diesen geliebten Ort, den sie seit Tannhäusers Weggang gemieden hat. Tannhäuser erscheint und gesteht der Landgrafennichte, dass er ihretwegen zurückgekehrt sei. Der Landgraf, froh über Elisabeths Sinneswandel, hat ein Sängerfest ausgerichtet. Die Gäste treffen ein, und ebenso - freudig begrüßt von der Versammlung - die Sänger, unter ihnen der noch immer argwöhnisch beobachtete Tannhäuser, weiß doch keiner, wo er so lange war. Der Landgraf stellt die Aufgabe: das Wesen der Liebe soll besungen werden. Wolfram beginnt und preist die reine Liebe, Tannhäuser opponiert und will nur die Lust gelten lassen. Die Gesellschaft ist schockiert. Auf Biterolfs geharnischte Kritik reagiert Tannhäuser noch heftiger und gesteht schließlich, dass er im Venusberg gewesen sei. Alles ist entsetzt: die Frauen verlassen den Saal, die Ritter dringen mit gezogener Waffe auf Tannhäuser ein. Da wirft sich Elisabeth dazwischen, um den geliebten Sänger zu schützen. Doch auch sie ist tief verletzt. Der Landgraf fordert den Frevler auf, seine Schuld zu sühnen und auf einer Wallfahrt nach Rom beim Papst um Vergebung zu bitten.

DRITTER AKT

Im Wartburgsaal findet Wolfram die betende Elisabeth. Unter den heimgekehrten Pilgern hat sie vergeblich den geliebten Tannhäuser gesucht - gebrochen macht sie sich auf, um selbst bei Gott für ihn zu bitten - Wolframs Hilfe lehnt sie ab. Dieser, längst durch Elisabeths Liebreiz bezaubert, entsagt endgültig dieser unerreichbaren Hoffnung. Plötzlich trifft er auf Tannhäuser, der ihm höhnisch klarmacht, er sei auf dem Weg zurück in den Venusberg. Auf Wolframs Frage, ob er überhaupt in Rom gewesen sei, gibt Tannhäuser einen bitteren Bericht: der Papst habe ihn hartherzig abgewiesen - eher würde ein Pilgerstab wieder frisches Grün tragen, als dass ihm die Sünde vergeben würde. So bleibe ihm jetzt nur noch der Weg in den Venusberg. Mit beschwörenden Worten ruft er die Liebesgöttin herbei, und Venus und ihr Reich erscheinen. Wolfram, der sich verzweifelt gegen diese Phantasmagorie wehrt, bannt den Zauber durch eine erneute Nennung von Elisabeths Namen. Tannhäuser stirbt, wie Elisabeth vor ihm gestorben ist, und über ihren Leichen feiert die Wartburggesellschaft das Wunder des grünenden Pilgerstabes.

© Hamburgische Staatsoper

Fotos: © Brinkhoff/ Mögenburg