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Staatsoper Hamburg

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Wolfgang Amadeus Mozart

Le Nozze di Figaro

Letzte Aufführung
MI, 17.10.2012 19:00 Uhr


1. Akt:
Im Zimmer von Susanna und Figaro. Figaro, der Kammerdiener des Grafen Almaviva, glaubt sich am Ziel seiner Träume. Sein Herr überlässt ihm in seinem Schloss Aguas Fresca sein Zimmer, das zwischen den herrschaftlichen Räumen von Graf und Gräfin liegt. Figaro hatte dem Grafen einst geholfen Rosina, die jetzige Gräfin, aus dem Haus Doktor Bartolos zu entführen. Noch an diesem Tag will Figaro Susanna, die neue Kammerzofe der Gräfin, heiraten. Er wähnte seine Existenz gesichert und misst stolz im neuen Zimmer die beste Lage für das Bett aus, während Susanna ihren Brautschleier probiert. Figaro fällt aus allen Wolken als ihm Susanna klarmacht, welche Absichten der Graf verfolgt: ist Figaro abwesend, hat der Graf freie Bahn, um in wenigen Schritten in Susannas Bett zu landen. Basilio, der Musiklehrer im Schloss, übermittelt Susanna ständig die eindeutigen Angebote das Grafen. Figaro begreift, wie dumm er gewesen ist, seine Zukunft auf die Dankbarkeit des Grafen zu bauen. Angeblich hat der Graf auf das ihm bisher zustehende Feudalrecht der ersten Nacht (ius primar noctis) verzichtet. Bei Susanna versucht er, dieses Vorrecht wieder herzustellen. Figaro will dem Grafen den Betrug heimzahlen, aber nicht mit unbedachter Gewalt, sondern mit Mitteln, die einem solchen hohen Herrn angemessen sind. Eine weitere Gefahr droht Figaro von Seiten Marcellinas, der Beschließerin des Schlosses. Sie kann Ansprüche auf Figaro geltend machen, da er ihr für die Gewährung eines Darlehens die Heirat versprochen hat. Zur Wahrung ihrer Interesse hat Marcellinas Doktor Bartolo, bei dem sie früher als Haushälterin diente, nach Aguas Frescas bestellt. Bartolo ist diesem Ruf gern gefolgt, eine gute Gelegenheit, sich an Figaro zu rächen. Der Page Cherubino bittet Susanna um Beistand bei der Gräfin, seiner Patin; die er leidenschaftlich anbetet. Sie soll helfen, den Grafen zu besänftigen, der am ersten Tag zuvor Cherubin bei Barbarina entdeckt und aus dem Schloss geworfen hat. Übermütig stiehlt Cherubino Susanna ein Band der Gräfin und schenkt ihr dafür ein Lied, das er allen Frauen das Schlosses widmet. Plötzlich taucht der Graf auf. Cherubino versteckt sich hinter einem Sessel und wird so Zeuge der eindeutigen Anträge Almavivas, bis die Stimme Basilios zu hören ist. Er gibt vor, den Grafen zu suchen. Almaviva, nimmt Cherubinos Versteck ein, ohne zu bemerken, dass sich Cherubino im Sessel verbirgt. Susanna deckt ihn mit einem Kleiderbündel zu. Basilio tritt ein und bringt das Gespräch geschickt auf die Schwärmerei Cherubinos für die Gräfin. Das lockt den eifersüchtigen Grafen aus seinem Versteck. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Anhand der über den Sessel gebreiteten Kleider demonstriert der Graf anschaulich, wie er tags zuvor Cherubinos bei Barbarina unter einer Tischdecke gefunden hat. Zur unbändigen Freude Basiilios wird Cherubino ein zweites Mal entdeckt ,was Susanna in keinem guten Licht erscheinen lässt. In diese heikle Situation platzt Figaro mit den Bediensteten des Schlosses, die er eilig zusammengetrommelt hat. Sie sollen eine eindrucksvolle Kulisse für Figaros Absicht geben, den Grafen vor aller Öffentlichkeit zu zwingen, die Hochzeitszeremonie durchzuführen. Dem Grafen gelingt es sich geschickt aus der Affäre zu ziehen. Er verschiebt die Hochzeit unter dem Vorwand, Zeit zu benötigen, um das Fest mit allem Pomps auszustatten. Der Graf ernennt Cherubino zum Offizier einem seiner Regimenter und befiehlt ihm, noch heute dorthin aufzubrechen. Figaro schildert Cherubino die Zukunft beim Militär und benutzt ihn, um den Grafen herauszufordern.

2. Akt:
Im Schlafzimmer der Gräfin. Rosina, die Gräfin, einst mit Leidenschaft vom Grafen begehrt, wird mit der zunehmenden Gleichgültigkeit und Eifersucht ihres Mannes nicht mehr fertig. Susanna erzählt der Gräfin, dass der Graf keinerlei Skrupel habe, ihre Liebe zu kaufen. Unaufgefordert tritt Figaro ein und entwickelt einen gewagten Plan. Basilio soll dem Grafen, der zur Jagd geritten ist, einen Brief übergeben, in dem von einem für den heutigen Abend vorgesehenen Rendezvous der Gräfin die Rede sei. Zugleich soll Susanna dem Grafen ein Treffen im Park versprechen, zu dem aber nicht sie, sondern der als Mädchen verkleidete Cherubino gehen werde. Damit dieser Plan sofort in die Tat umgesetzt werden kann, bringt Figaro den Pagen zu den beiden Frauen. Endlich erhält Cherubino die Gelegenheit, der Gräfin seine Gefühle zu offenbaren. Susanna kann es nur zugute kommen, wenn die Augen ihrer verzweifelten Herrin für die Reize des Pagen geöffnet werden. Um bei der Verkleidung Cherubinos nicht gestört zu werden, verschließt Susanna die Tür zum Flur. Als Susanna das Zimmer verlässt, gesteht Cherubino der Gräfin seine Liebe. In diesem Moment klopft der Graf, der wegen des Briefes die Jagd abgebrochen hat, an die Tür. Die Gräfin versteckt Cherubino in einem Seitenkabinett, das sie abschließt und dessen Schlüssel an sich nimmt. Der Graf ist befremdet über die Verwirrung, in der er seiner Frau antrifft. Er glaubt den durch den Brief hervorgerufenen Verdacht bestätigt. Ein Geräusch im Kabinett verstärkt diesen Eindruck. Immer unbeherrschter verlangt der Graf Auskunft, wer sich dort befände. Die Gräfin gibt vor, Susanna sei im Kabinett, ihr Brautkleid zu probieren. Während des heftigen Streits betritt Susanna, unbemerkt von Graf und Gräfin, den Raum und wird Zeugin der ausweglosen Situation. Der Graf will Leute zusammenrufen, um die Tür des Kabinetts aufzubrechen, was die Gräfin mit dem Hinweis auf einen möglichen Skandal gerade noch verhindert. Der Graf will Werkzeuge holen, um die Kabinetttür selber aufzubrechen und verschließt die Tür des Ankleiderzimmers. Zusammen mit der Gräfin verlässt er den Raum, den er ebenfalls verschließt. Kaum allein, läuft Susanna zum Kabinett und fleht Cherubino an, von innen zu öffnen. Erleichtert kommt Cherubino aus dem Kabinett. Susanna eröffnet ihm, dass alle Türen verschlossen seien. Cherubino rettet sich mit einem Sprung aus dem Fenster. Susanna nimmt den Platz im Kabinett ein. Graf und Gräfin kehren zurück. Bevor der Graf mit Gewalt die Tür aufbricht, übergibt die Gräfin den Schlüssel und gesteht, dass ein "kleines Kind" im Kabinett sei: Cherubino. Mit tödlicher Entschlossenheit öffnet der Graf die Kabinetür. Zur Überraschung beider erscheint Susanna in der Tür: der Graf bleibt misstrauisch und verlangt eine Erklärung für Figaros Brief. Susanna und die Gräfin sind gezwungen, einen Teil der von Figaro geplanten Intrige preiszugeben. Selbst noch ganz befangen von der auf Betrug gegründeten Versöhnung genießt die Gräfin, dass ihr Mann um Vergebung bittet. Da platzt Figaro, von Cherubino informiert, ins Zimmer und wird zu seinem Erstaunen Zeuge einer Versöhnungsszene. Er verlangt, dass der Graf endlich seinen Segen zur Hochzeitszeremonie geben soll. Jetzt begehrt Antonio, der Gärtner des Schlosses, Einlass. Er hält seinem Herrn vor, dass neuerdings sogar Menschen aus Fenstern geworfen werden, um seine Blumen zu zerstören. Das macht den Grafen hellhörig. Die anderen Drei versuchen den unliebsamen Zeugen durch Hinweise auf seine Trunksucht loszuwerden. Um den Grafen zu beruhigen, behauptet Figaro, er sei aus dem Fenster gesprungen. Antonio will ein Schriftstück zurückgeben, das er im Blumenbeet gefunden hat. Es handelt sich um Cherubinos Offizierspatent. Der Graf glaubt damit, ein Beweisstück in Händen zu haben, das Figaro überführt. Es gelingt der Gräfin und Susanna, Figaro zuzuflüstern, um was für ein Papier es sich handelt. Figaro macht dem Grafen weis, Cherubino habe ihm dieses Patent übergeben, auf dem das Siegel fehle. Der Triumph Figaros währt nur kurz, denn durch den Auftritt Marcellinas, Bartolos und Basilios, die ebenfalls im Schlafzimmer der Gräfin erscheinen und auf Erfüllung des durch Figaro gegebenen Eheversprechens pochen, wird wiederum der Graf in die bessere Ausgangsposition versetzt. Er sicherte Marcellina zu, als oberster Gerichtsherr ihre Sache zu vertreten.

3. Akt:
Saal im Schloss. Marcellina, Basilio und Bartolo gehen mit dem Richter Don Curzio in den Gerichtssaal. Der Graf ist völlig verwirrt, bedenkt er die zurückliegenden Ereignisse. Basilio hat inzwischen nach Sevilla geschickt, um den Aufenthalt Cherubinos überprüfen zu lassen. Bei allem Argwohn scheint ihm schon der geringste Zweifel am Charakter der Gräfin unmöglich. Zusammen mit Susanna plant die Gräfin die Fortsetzung der Figaro-Intrige. Das nächtliche Stelldichein soll stattfinden. Die Gräfin selbst will in den Kleidern Susannas zum Rendezvous gehen. Figaro soll von diesem Plan nichts erfahren. Susanna überredet den Grafen, sie abends im Park zu erwarten. Der Graf ist entzückt von Susannas Versprechen, hört allerdings, wie sie Figaro zuflüstert, der Prozess sei bereits gewonnen. Er begreift, dass ihm eine Falle gestellt werden soll. Unter keinen Umständen will er dulden, das ein Diener genießen soll, was ihm vorenthalten wird. Barbarina plant, Cherubino als Mädchen zu verkleiden und unter den Schönen des Dorfes zu verstecken, damit er im Schloss bleiben kann. Die Gräfin ist entschlossen, alles zu tun, um die Liebe ihres Mannes zurück zu gewinnen. Der Prozess um Marcellinas Heiratsklage endet mit der Annerkennung von Marcellinas Ansprüchen. Der Graf fühlt sich gerächt. Figaro muss das Darlehen zurückzahlen oder Marcellina heiraten. In seiner Verzweifelung beruft er sich unter dem höhnischen Gelächter aller auf seine adelige Abstammung, die er seit Jahren zu ergründen versucht. Als er auf ein in seinen Arm geprägtes Zeichen hinweist, erkennt Marcellina in ihm ihren verloren geglaubten Sohn Raffaello und bekennt zugleich, dass Bartolo Figaros Vater ist. Die ahnungslose Susanna, die von der Gräfin Geld erhalten hat, um Figaro von seiner Schuld loszukaufen zu können, erblickt ihren Bräutigam in den Armen ihrer Rivalin. Über die neuen Familienverhältnisse aufgeklärt beschließen die Vier ihre Doppelhochzeit. Antonio informiert den Grafen, dass sich Cherubino noch im Schloss befinden muss und sich in seinem Haus als Mädchen verkleidet hat. Amüsiert über die unverhoffte Wendung der Dinge diktiert die Gräfin Susanna einen Brief, in dem der Ort des nächtlichen Rendezvous genannt wird. Zum Zeichen seines Einverständnisses soll der Graf die Nadel, mit dem der Brief versiegelt ist, an Susanna zurückschicken. Die Dorfmädchen huldigen der Gräfin. Antonio und der Graf entdecken dabei Cherubino. Barbarino begehrt daraufhin vom Grafen Cherubino zum Mann, habe er ihr doch für ihre Zärtlichkeit die Erfüllung eines Wunsches versprochen. Figaro weicht den peinlichen Fragen des Grafen nach dem plötzlichen Auftauchen Cherubinos mit dem Hinweis aus, nun müsse das Hochzeitsfest endlich stattfinden. Bei der folgenden Trauungszeremonie spielt Susanna dem Grafen den Brief mit der Nadel in die Hände.

4. Akt:
Im Schloss. Barbarina sucht verzweifelt die Nadel, die sie im Auftrag des Grafen Susanna zurückbringen soll. Arglos erzählt sie Figaro und Marcellina von diesem Auftrag. Figaro ist außer sich vor Wut und glaubt, die wahren Zusammenhänge zu erkennen. Marcellina, inzwischen mit der einstigen Rivalin versöhnt, beschließt Susanna zu warnen. - Im nächtlichen Park. Barbarina sucht nach Cherubino, der in einem der Pavillons warten wollte. Figaro hat Basilio, Bartolo, Antonio und Don Cruzio rufen lassen, um vor Zeugen die Machenschaften des Grafen aufdecken zu können. Basilio warnt davor, sich mit hohen Herren anzulegen, aber Figaro will sich in seiner Wut von nichts und niemand zurückhalten lassen. Ohne Susanna zu sehen, die bereits mit der Gräfin Kleid und Hut getauscht hat, glaubt er zu hören, wie Susanna ihre Liebe zum Grafen beschwört. Er ahnt nicht, dass sie ihn mit dieser Liebeserklärung meint. Die Gräfin kommt in Susannas Kleidern. Cherubino glaubt, bei ihr leichtes Spiel zu haben. Die Ohrfeige, die der hinzugekommene Graf Cherubino geben will, erhält der lauschende Figaro. Susanna und Figaro werden Zeugen der leidenschaftlichen Liebeserklärung des Grafen an seine eigene Frau, die er für Susanna hält und der er einen kostbaren Ring schenkt. Durch Schritte und Geräusche argwöhnisch geworden, schickt der Graf seine verkleidete Frau in einen Pavillon und geht davon, im Park nach Unruhestiftern zu suchen. Figaro ist drauf und dran, in den Pavillon zu stürmen, wird aber von Susanna aufgehalten. Im Unterschied zum Grafen durchschaut Figaro das Spiel und erkennt die verkleidete Susanna an ihrer Stimme. Er übertreibt nun seinerseits und spielt Susanna eine scheinbare an die Gräfin adressierte Liebesszene vor. Außer sich vor Wut verprügelt daraufhin Susanna Figaro. In die Versöhnung des Brautpaares platzt der Graf, der glaubt, in Susanna seine Frau zu erkennen und mit Figaro in eindeutiger Situation zu ertappen. Er schreit die Leute seines Schlosses als Zeugen der Szene zusammen. Als alle Verkleidungen gelüftet werden, steht er als der Blamierte da. Zerknirscht bittet er die Gräfin um Vergebung, die sie ihm gewährt. Alles eilt zum vorbereiteten Fest.

Szenenfoto aus »Le Nozze di Figaro«
Szenenfoto aus »Le Nozze di Figaro«