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Staatsoper Hamburg

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Giacomo Puccini

Tosca

Letzte Aufführung
FR, 8.02.2013 19:30 Uhr


ERSTER AKT

Innenraum der Kirche von
Sankt Andrea della Valle

Cesare Angelotti, ein politischer Gefangener, ist aus der Festung der Engelsburg geflohen und sucht in der Kirche Zuflucht. Dort findet er einen Schlüssel, den seine Schwester, die Marchesa Attavanti, für ihn versteckt hat und verbirgt sich in der Familienkapelle, wo er als Fluchthilfe Frauenkleider für sich findet.
Der Mesner betritt die Kirche und stellt überrascht fest, dass der Maler, Mario Cavaradossi, nicht bei der Arbeit ist. Cavaradossi arbeitet an einem Gemälde der Maria Magdalena, zu dem ihn die Marchesa Attavanti inspiriert hat. Der Mesner hegt keine Sympathie für diesen im Geist Voltaires erzogenen Künstler, der sich nicht scheut, seinem Heiligenbild auffallende Ähnlichkeit mit der Marchesa zu geben. Für Cavaradossi haben die Augen seines Gemäldes aber nur ein Vorbild: die schwarzen Augen seiner Geliebten, der gefeierten Primadonna Floria Tosca.
Angelotti kommt aus seinem Versteck. Cavaradossi erkennt den Konsul der ehemaligen römischen Republik, gibt ihm einen vom Mesner erhaltenen Essenskorb und drängt ihn in die Kapelle zurück, da er von weitem die Stimme Floria Toscas hört.
Die eifersüchtige Diva kommt herein und meint, Mario bei einem Gespräch belauscht zu haben. Sie beschuldigt ihn, sie zu betrügen.
Um Angelotti besorgt, beschwichtigt Cavaradossi ihre Zweifel, und sie verabreden sich für den späteren Abend. Als Tosca die Kirche verlassen will, fällt ihr Blick auf das Magdalenenbildnis, und ihre Eifersucht flammt erneut auf, als sie darin die Marchesa Attavanti wiedererkennt. Cavaradossi gelingt es, sie davon zu überzeugen, dass sein Modell lediglich eine unbekannte Kirchgängerin war.

Kaum hat Tosca die Kirche verlassen, tönt ein Kanonenschuss von der Engelsburg. Angelottis Flucht ist entdeckt worden. Cavaradossi beschließt, ihn in einem Brunnen seiner abgelegenen Villa vor den Verfolgern in Sicherheit zu bringen.
Der Mesner kehrt mit der Nachricht von der angeblichen Niederlage Napoleons bei Marengo zurück und kündigt eine Siegesfeier im Palazzo Farnese an, bei der eine neue Kantate aufgeführt werden soll mit Floria Tosca als Solistin.
Die Ausgelassenheit in der Kirche wird durch das Auftauchen Baron Scarpias, des Chefs der römischen Geheimpolizei abrupt unterbrochen. Mit seinen Schergen ist er auf der Suche nach dem flüchtigen Angelotti.
Scarpia vermutet, dass Cavaradossi, der unter dem Verdacht steht, mit den Republikanern zu sympathisieren, ein Komplize des Entflohenen ist. Tosca kehrt in die Kirche zurück, um Cavaradossi mitzuteilen, dass sie ihn am Abend wegen der Siegesfeier im Palazzo Farnese nicht besuchen kann. Scarpia, der sie begehrt, ergreift die Gelegenheit, um Toscas Eifersucht zu wecken und so Angelottis Versteck zu verraten.
Er zeigt ihr einen Fächer mit dem Familienwappen der Attavanti, den er in der Kapelle gefunden hat. Aufgebracht verlässt Tosca die Kirche, um den vermeintlich Untreuen mit ihrer Nebenbuhlerin zu überraschen. Scarpia schickt seine Spione hinter ihr her. Er will nicht nur Angelotti, sondern auch Cavaradossi beseitigen und Tosca als Geliebte für sich gewinnen.
Das feierliche »Te Deum« wird zum Triumphgesang Scarpias.


ZWEITER AKT

Scarpias Räume im Palazzo Farnese

Scarpia wartet auf Tosca, die er zu sich gebeten hat und die im selben Haus bei der Siegesfeier der Königin singt.
Der Polizeispitzel Spoletta berichtet vom erfolglosen Ausgang der Suche. Angelotti sei nicht in Cavaradossis Villa gefunden worden, nur der Maler selbst habe sich dort aufgehalten und sei zum Verhör festgenommen und hierher gebracht worden.
Cavaradossi streitet jegliches Wissen über den Flüchtigen ab, und Scarpia befiehlt, ihn zu foltern. Tosca kommt hinzu, und Cavaradossi gelingt es, bevor er in einen angrenzenden Raum abgeführt wird, sie zu warnen, ja nichts preiszugeben.
Tosca bleibt so lange standhaft, bis ihr bewusst wird, dass ihr Geliebter im Nebenzimmer grausamer Folter unterzogen wird. Unfähig, seine Qualen anzuhören, verrät sie Angelottis Versteck. Scarpia lässt Cavaradossi zurückbringen, der sofort bemerkt, dass Tosca nicht standhaft geblieben ist. Empört wirft er ihr Verrat vor.
Sciarrone, ein weiterer Spion Scarpias, kommt, um vom Rückschlag bei Marengo zu berichten: Napoleon hat die Schlacht gewonnen. Cavaradossi bejubelt diese unvorhergesehene Wendung; dadurch liefert er sich dem Todesurteil Scarpias aus.
Mit Scarpia allein gelassen, versucht Tosca ihm Lösegeld für das Leben ihres Geliebten zu bieten. Scarpia nennt seinen Preis: Tosca selbst. Ihr Hass stachelt seine Begierde nur noch mehr an. Tosca willigt schließlich ein, sich ihm im Tausch für das Leben ihres Geliebten dem Polizeichef hinzugeben.
Scarpia verspricht, Cavaradossi nur zum Schein erschießen zu lassen und beiden zur Flucht zu verhelfen. Er erteilt den Geheimbefehl, eine Scheinexekution vollziehen zu lassen. Tosca verlangt, dass Scarpia einen Passierschein für Cavaradossi und sie selbst ausstellt. Während Scarpia das Schreiben verfasst, fällt Toscas Blick auf ein Messer. Als er sie in die Arme schließen will, ersticht sie ihn.


DRITTER AKT

Plattform der Festung Sankt Angelo

Die Hinrichtung Cavaradossis wird vorbereitet. Während dieser Tosca einen Abschiedsbrief schreibt, übermannt ihn die Erinnerung an sie und an sein schönes Leben. Plötzlich kommt Tosca auf die Plattform, zeigt ihm den Passierschein, berichtet ihm von Scarpias Tod und der vorgetäuschten Hinrichtung.
Das Exekutionskommando vollzieht den Befehl, und Cavaradossi bricht zusammen.
Tosca nähert sich ihm und muss erkennen, dass sie von Scarpia betrogen wurde: Cavaradossi ist wirklich tot.
Als Tosca von Scarpias Agenten verhaftet werden soll, stürzt sie sich mit dem Ausruf: »O Scarpia, vor Gott!« in die Tiefe.

© Hamburgische Staatsoper

Szenenfoto aus »Tosca«
Szenenfoto aus »Tosca«