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Staatsoper Hamburg

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Richard Wagner

Parsifal

Letzte Aufführung
SO, 19.05.2013 16:00 Uhr


Vorgeschichte

Ein See trennt zwei gegensätzliche Welten: zum einen die Gralsgesellschaft, gegründet von Titurel, der im göttlichen Auftrag eine Heimstatt schuf für zwei wundertätige Symbole des Lebens und Leidens Christi: die Kristallschale, aus der der Heiland beim letzten Abendmahle trank, und der Speer, mit dem der römische Legionär Longinus den Heiland am Kreuz verwundete. Um Schale und Speer scharte sich die Gralsgesellschaft: Ritter und Knappen, die in keuscher Wohltätigkeit leben und Kraft und Nahrung aus dem täglichen Anblick des Grals schöpfen. Mitglied der Gralsgesellschaft wollte auch Klingsor werden; doch er konnte den Trieb in sich nicht besiegen und entmannte sich, wurde jedoch von Titurel als unwürdig zurückgewiesen. So sann Klingsor auf Rache: Im See errichtete er Burg und Zaubergarten, bevölkert von verführerischen Blumenmädchen, die die Gralsritter anlocken und verderben sollten. Schon manchen Ritter hat Klingsor so dem Grale entfremden können, und so zog eines Tages Amfortas, Titurels Sohn, der den alten Mann in der Thronfolge abgelöst hatte, mit dem heiligen Speer bewaffnet gegen Klingsor, um sein Zauberreich zu zerstören. Er erlag jedoch den Verführungskünsten Kundrys, die - als demütige Gralsbotin wie als lockende Schönheit - in beiden Welten lebt. Die, die lachte, als der Heiland sein Kreuz nach Golgatha trug, ist verdammt zum ewigen Dasein ohne Erlösung. In Kundrys Armen überraschte Klingsor den Gralskönig, entwand ihm den heiligen Speer und verwundete ihn damit - und die Wunde will nicht heilen.

1. Akt
Der Gralsritter Gurnemanz, ein Waffengefährte Titurels und Chronist der Gralsgesellschaft, weckt die Knappen zum gemeinsamen Gebet. Der leidende Amfortas wird gebracht; von Kundry empfängt er einen aus Arabien herbeigeschafften Balsam; das Bad im heiligen See soll ihn erquicken. Von Gurnemanz erfahren die Knappen die Ursache der nie heilenden Wunde - eine einzige Hoffnung gibt es: Es wurde prophezeit, nur einer könne Amfortas helfen: »Aus Mitleid wissend, der reine Tor«. Mitten in Gurnemanz' Bericht bricht die Kunde von einem Eindringling, der einen Schwan geschossen hat. Alle sind entsetzt über diese Freveltat im heiligen Bezirk. Der Täter ist Parsifal, der nicht akzeptieren kann, dass man ihm hier sein Jagdglück als Mord anlastet. Doch Gurnemanz überzeugt ihn, dass jedes Lebewesen ein Recht auf sein Dasein hat und voller Reue zerbricht Parsifal den todbringenden Bogen. Nach Namen und Herkunft befragt, vermag er keine Antwort zu geben; lediglich seine Mutter Herzeleide und das Leben im Walde erwähnt er; Kundry vermag den Bericht zu ergänzen. Als sie sagt, dass Parsifals Mutter aus Gram über das entlaufende Kind gestorben sei, will ihr Parsifal unbeherrscht ans Leben; Gurnemanz verhindert die Gewalttat, und Kundry vergilt Böses mit Gutem, indem sie dem Jüngling Wasser reicht. Gurnemanz hofft, Parsifal könne der »reine Tor« sein, und als Amfortas vom Bade zurückkommt, fordert er ihn auf, den Zug in die Gralsburg zu begleiten.
Dort erlebt Parsifal die ihm dunkle Zeremonie: Knappen bringen den Gralskönig und das Gralsgefäß in einem Schrein, und Amfortas soll mit der Zeremonie beginnen. Doch in einer großen Klage wehrt er sich gegen diese Forderung, die allen anderen Labung ist, ihm jedoch eine Verlängerung seiner Leiden bringt. Doch als der sieche Titurel auf der Gralsenthüllung besteht, willigt Amfortas ein. Parsifal vermag nicht zu verstehen, was vor sich geht. Von Gurnemanz befragt, bleibt er stumm und wird von diesem enttäuscht hinaus gewiesen.

2. Akt
Parsifal, aus dem Gralsreich verwiesen, gerät in Klingsors Reich. Dieser beobachtet in seinem Zauberspiegel das Nahen des Eindringlings und beschwört Kundry herbei, die den Jüngling verführen soll. Parsifal dringt in die Burg ein, verscheucht und verwundet die abtrünnigen Gralsritter, die sich ihm widersetzen, und stößt im unter Wasser angelegten Garten auf die verführerischen Blumenmädchen. Er versucht zu verstehen, was sie streitend und schmeichelnd von ihm wollen, und wehrt ihre Zudringlichkeiten ab. Als er fliehen will, bannt ihn der Ruf seines Namens, den er erstmals seit Kindertagen wieder hört - Kundry, in betörender Schönheit, erscheint, wirbt in mütterlicher Zartheit um sein Vertrauen und schlüpft schließlich in die Rolle der Verführerin. Als sie den Toren küsst, wird Parsifal welthellsichtig - wie Wagner es nennt - ,erkennt Verführung und Leiden des Gralskönigs und stößt die Verführerin von sich. Sie sucht in der sinnlichen Liebe die Erlösung, wird abgewiesen und ruft Klingsor herbei, der den heiligen Speer gegen Parsifal schleudert. Doch die Waffe kann nicht treffen, wo Kundrys Verführungskünste versagen. Parsifal nimmt den Speer an sich und vor dem Kreuzeszeichen stürzt das Zauberschloss zusammen.

3. Akt
Gurnemanz weckt Kundry, die sich wieder in der Gestalt der Büßerin im Gralsreich eingefunden hat, aus totenähnlichem Schlaf. Ein schwarzer Ritter betritt das Gebiet - Gurnemanz fordert ihn auf, an heiliger Stätte - und an Karfreitag zumal - die Waffen niederzulegen, und erkennt den Toren, der den Schwan erlegte, und in seiner Hand den heiligen Speer. Parsifal berichtet von endlosen Irrfahrten, Gurnemanz von Titurels Tod und dem Siechtum des Gralsritters - denn Amfortas verweigert die Enthüllung des Grals und entzieht - sterbenwollend - den Rittern die tägliche Nahrung. Parsifal fühlt sich schuldig, doch Kundry wäscht ihm die Füße, und Gurnemanz segnet ihn und salbt ihn zum neuen Gralskönig. Sein erstes Amt versieht Parsifal in der Taufe Kundrys. Im Gralstempel treffen sie die Ritter mit dem toten Titurel und dem leidenden Amfortas. Erneut fordern die Ritter die Enthüllung des Grals, doch Amfortas weigert sich. Da betritt Parsifal den Tempel, heilt mit dem Speer die Wunde des Königs, und übernimmt selbst das Amt. Der Gral wird enthüllt.

Szene aus "Parsifal"
Szene aus "Parsifal"
Szene aus "Parsifal"