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Staatsoper Hamburg

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Georg Philipp Telemann

Flavius Bertaridus, K├Ânig der Langobarden

Letzte Auff├╝hrung
SA, 8.12.2012 19:00 Uhr

    Staatsoper Hamburg

    Barocke Macht- und Ehrenk├Ąmpfe

    Telemanns 'Flavius Bertaridus' ist ein Juwel der Hamburger G├Ąnsemarktoper

    Er war ein echtes Universalgenie: Dirigent, Komponist, Impresario, Librettist und P├Ą┬şdagoge. Er schrieb Opern und Passionen, Gedichte und Kapit├Ąnsmusiken, z├╝chtete Tulpen und korrespondierte mit Gelehrten in ganz Europa. Georg Philipp Telemann war im 18. Jahrhundert ein Superstar, ber├╝hmter als Bach, umworben von Paris und St. Petersburg. Aber Telemann, der geb├╝rtige Magdeburger, blieb ├╝ber 40 Jahre lang ein treuer Wahl-Hamburger. Zwischen Alster und Elbe machte er sich mit unendlichem Flei├č um das musikalische Wohl Hammonias verdient. Die Stadt hat es ihm lange schlecht gedankt und weder sein Andenken noch seine Werke besonders gepflegt.
    Auf der Hamburger Opernb├╝hne war, mit Ausnahme von ┬╗Pimpinone┬ź in der Opera stabile, seit 1736! kein Werk von Telemann mehr zu sehen. Zum Jubil├Ąum ┬╗333 Jahre Oper in Hamburg┬ź zieht nun seine einzige Opera seria ein: ┬╗Flavius Bertaridus, K├Ânig der Langobarden┬ź ist ein Meisterwerk des barocken Musiktheaters. Uraufgef├╝hrt wurde das Herrscherdrama 1729 an der Hamburger G├Ąnsemarkt-Oper. ┬╗Eine sehr sch├Âne, wohlelaborierte neue Opera┬ź werde dem Publikum geboten, hie├č es damals in einer Anzeige. Liebesleid und Machtk├Ąmpfe standen im Zentrum der spannenden Geschichte - und nat├╝rlich das unvermeidliche Happy End. Telemann verzichtete hier ganz auf die beliebten volkst├╝mlich-komischen Figuren. Dennoch geht es im Macht- und Ehekampf nicht ohne skurrile Turbulenzen und Verwicklungen ab ...
    Die G├Ąnsemarktb├╝hne war ein b├╝rgerliches Opernhaus, und die republikanischen Programmmacher liebten es, den Adligen im Publikum einen entsprechenden Spiegel vorzuhalten. Und so verk├Ârpert die Titelfigur Flavius Bertaridus alle vorbildlichen Tugenden des Regenten: Mut, Treue, Verl├Ąsslichkeit und Disziplin. Ihm gegen├╝ber steht der Diktator Grimoaldus, der alle Negativseiten f├╝r sich verbucht: Grausamkeit und Willk├╝r, Wollust und Unm├Ą├čigkeit. Wer im vernunftbetonten Hamburg obsiegt, liegt da auf der Hand. Und dass die B├╝rger sich auch gerne selbst auf der B├╝hne wiedererkennen wollten, wird durch die verh├Ąltnism├Ą├čig vielen Ch├Âre der ┬╗Flavius┬ź-Partitur klar: Volkes Stimme wollte eben gerne mitsingen, wenn es um Machtverteilung ging.
    Flavius und sein Widersacher Grimoaldus sind aber nicht nur Rivalen um den Thron, sondern auch in der Liebe. Zudem sind sie verschw├Ągert - denn Grimoaldus hat Flavia, die Schwester des Flavius Bertaridus geheiratet, um seine unrechtm├Ą├čige Herrschaft zu festigen. Zehn Jahre dauert diese Vernunftehe nun schon an, zehn Jahre, in denen Flavius im Exil lebt. Nun entschlie├čt er sich, in seine Heimat zur├╝ckzukehren. Nicht zuletzt, weil er Sehnsucht nach seiner Frau Rodelinda und dem gemeinsamen Sohn Cunibert hat. Flavius kommt inkognito zur├╝ck - doch seine Frau erkennt ihn nicht. Die Verwicklungen spitzen sich zu, als sich der W├╝stling Grimoaldus in Rodelinda verguckt. Doch die wei├č sich zu wehren ...
    Die andere starke Frauenfigur ist Flavia, die ungl├╝ckliche Frau des Tyrannen. Sie wurde bei der Urauff├╝hrung vom Star des Hamburger Ensembles gesungen: Margaretha Susanna Kayser war Sopranistin und gleichzeitig Intendantin des Hauses. Eine echte Primadonnenrolle also! Doch sie hat nicht nur virtuose Koloraturarien zu singen, sondern verstr├Âmt auch bet├Ârend sinnliche Momente. Wie ├╝berhaupt in den lyrischen Stellen der ┬╗Flavius┬ź-Partitur ein ganz eigener Ton und Zauber liegt: das Zeitalter der Empfindsamkeit k├╝ndigt sich bereits an.
    Die Farb- und Stilvielfalt von Telemanns Oper ist eine wahre Entdeckung. Simone Young, die als Intendantin die dramaturgische Ausgrabung eines G├Ąnsemarkt-Schatzes angeregt hat, freut sich, einen erfahrenen Kollegen f├╝r dieses St├╝ck gewonnen zu haben: ┬╗Alessandro De Marchi ist auf dem Gebiet der Barockoper ein weltweit gesuchter Experte. Er verf├╝gt nicht nur ├╝ber eine ungeheure stilistische Kenntnis, sondern auch ├╝ber den Mut, das theoretische Wissen in eine temperamentvolle B├╝hnen- und Orchestersprache umzusetzen. Das hat ebensoviel Swing wie Charme! Und daher liebt unser Orchester die Zusammenarbeit mit ihm.┬ź
    An der Dammtorstra├če war De Marchi bereits f├╝r Opern von Monteverdi, H├Ąndel, Gluck und zuletzt Rossini zu Gast. Als K├╝nstlerischer Leiter der renommierten Innsbrucker Festwochen der Alten Musik hat er den Hamburger ┬╗Flavius Bertaridus┬ź f├╝r sein Festival als Koproduktion ├╝bernommen und im August herausgebracht. Publikum und Kritiker waren begeistert: ┬╗De Marchi hat eine Fassung erstellt, die einem Telemann neu zeigt und dabei enorm fasziniert. Regisseur Jens-Daniel Herzog wartet mit einer schier unglaublichen F├╝lle von Regieeinf├Ąllen zwischen Todernst und bei├čender Ironie auf. Vor allem aber ist zu sp├╝ren, wie gut das Team De Marchi-Herzog funktioniert hat. Der Dirigent geht inspiriert auf das Theater ein. Umgekehrt reagiert Herzog mit einem fabelhaften Timing auf die Musik. ┬╗Ein Gl├╝cksfall also┬ź (Neue Z├╝richer Zeitung). ┬╗Grandios┬ź, lobte die FAZ: ┬╗eine kapitale Wiederentde┬şckung┬ź.
    Auf Alessandro De Marchi wartete viel Arbeit: ┬╗Die Partitur, so wie sie heute ├╝berliefert ist, m├╝ssen wir als Skizze verstehen┬ź, erkl├Ąrt der r├Âmische Dirigent. ┬╗Der Urtext ist nur der Anfang, man muss Farben und Leben dazu geben.┬ź De Marchi zeigte sich besonders inspiriert von der nachweisbar gro├čen Orchesterbesetzung der G├Ąnsemarkt-Oper: ┬╗Es gab nur relativ wenige Streicher, aber praktisch alles an Holz- und Blechbl├Ąserfarben. Ich habe mich entschlossen, diesen Reichtum voll auszusch├Âpfen.┬ź Zwischen Blockfl├Âten und Trompeten wartet das Instrumentarium also mit manchen ├ťberraschungen auf. ┬╗Telemann schreibt in einem Brief, er w├Ąre dann zufrieden, wenn der Klang rund und voll ist - das gilt auch f├╝r mich┬ź, meint De Marchi. Eine andere Besonderheit von Telemanns Oper ist der ┬╗vermischte Geschmack┬ź: Elegant und kosmopolitisch vermengt er franz├Âsischen, deutschen und italienischen Stil - Hamburg war auch musikalisch damals das ┬╗Tor zur Welt┬ź. So kommt es ebenfalls zum unterhaltsamen Sprachenmischmasch des Librettos in Italienisch und Deutsch.
    Die rationalen Hanseaten liebten allerdings eine barocke Spezialit├Ąt nicht besonders: die Kastraten. Schon 1729 wurde der Flavius von einer Mezzosopranistin gesungen - Gelegenheit in 2011, den Hamburger Publikumsliebling Maite Beaumont wiederzuh├Âren. Die spanische S├Ąngerin ist auf H├Ąndel spezialisiert - die Begegnung mit Telemann hat auch ihr eine neue Sicht auf den immer noch untersch├Ątzten Komponisten er├Âffnet: ┬╗Zuerst war das st├Ąndige Wechseln zwischen Italienisch und Deutsch nat├╝rlich eine ungewohnte Herausforderung. Und wie in jeder Barockoper gibt es solche und solche Arien - aber ich muss sagen, Telemann hat mich ├╝beraus positiv ├╝berrascht!┬ź, sagt Maite Beaumont. ┬╗Bei meiner Figur mag ich besonders, dass sie hilft, alles wieder in Ordnung zu bringen┬ź, erg├Ąnzt die Mezzosopranistin, die das Hamburger Publikum zuletzt als Cenerentola begeisterte.

    Politische Karriere und privates Empfinden
    F├╝r Telemanns Zeitgenossen war klar, dass der Stoff des ┬╗Flavius Bertaridus┬ź zwar aus dem 8. Jahrhundert stammt, aber die Gegenwart meinte. Das Schicksal des Langobarden-K├Ânigs sollte als Vorbild und Muster dienen: Mut und Familiensinn gewinnt gegen├╝ber Tyrannei und Betrug. Regisseur Jens-Daniel Herzog sch├Ąlt daraus eine Polit-Parabel mit vielen Assoziationen zum Heute: ┬╗Das Prinzip der Vernunft siegt ├╝ber das Prinzip der Lust. Das ist absolut zeitlos┬ź, meint Herzog, der mit ┬╗Flavius Bertaridus┬ź seine erste Inszenierung in Hamburg vorstellt. Im Diktator Grimoaldus sieht er ┬╗einen schlauen Strategen, einen egomanen Lustk├Ânig. Das Leben ist ihm eine ewige Feier.┬ź Parallelen zu dem ein oder anderen Staatsmann von Heute (und dessen Sturz) sind da durchaus erw├╝nscht. Den Flavius zeichnet Jens-Daniel Herzog als ┬╗effektiven und disziplinierten Moralisten. Flavius setzt am Ende die demokratische Weltordnung wieder ein - er wei├č aber auch, wie er die alten Eliten ins neue System integriert.┬ź
    Die dramaturgischen Fallstricke einer Barockoper sind Jens-Daniel Herzog bestens vertraut. Der studierte Philosoph kommt von der Schauspielregie und inszenierte an H├Ąusern wie dem Thalia Theater Hamburg, dem Wiener Burgtheater und dem Schauspielhaus Frankfurt. Seit einigen Jahren ist er aber auch als Opernregisseur sehr erfolgreich und setzte u. a. H├Ąndels ┬╗Giulio Cesare┬ź an der Semperoper Dresden und dessen ┬╗Rinaldo┬ź an der Oper Z├╝rich in Szene. Vor den un┬ş┬ş┬şlo┬ş┬şgischen Br├╝chen und dem Personenlabyrinth einer barocken Handlung hat Herzog keine Angst: ┬╗Man muss ganz klar festhalten: Eine Barockoper ist kein Strindberg. Wenn man als Regisseur nichts mit Affekten anfangen kann, sollte man von diesem Repertoire die Finger lassen┬ź, betont er. Herzog entwirft f├╝r jede Figur eine detaillierte Charakterstudie - selbst eine stumme Rolle wie die des Prinzen Regimbert, dem Kind von Flavia und Grimoaldus, wird pl├Âtzlich zum Beherrscher der Szene. F├╝r den typisch barocken ┬╗Deus ex machina┬ź - hier in Gestalt des Lombardischen Schutzgeistes hat sich Jens-Daniel Herzog einen besonderen Coup einfallen lassen, der psychologische Glaubw├╝rdigkeit mit einem magischen Moment verbindet. ┬╗Diese Szene muss unbedingt ihren Zauber behalten, das hei├čt ja nicht, dass man deswegen ein barockes Flugwerk bem├╝ht┬ź, meint Herzog, der auch als neuer Intendant der Dortmunder Oper seiner Liebe zur Alten Musik einen Platz einr├Ąumen wird.
    F├╝r das B├╝hnenbild hat sich Ausstatter Mathis Neidhardt an die barocke Kulissenb├╝hne erinnert, die schnelle Verwandlungen erm├Âglicht und das Geschehen st├Ąndig im Fluss h├Ąlt. Der Palazzo des Diktators ist ebenso protzig wie angeschmuddelt. Die B├╝hne zeigt, so Herzog, ┬╗den Kontrast zweier Welten: den Palast der Macht und ein nebul├Âses 'Drau├čen', das die Ausgesto├čenen und Verbannten versammelt und f├╝r Flucht und Unterwegssein steht.┬ź Intriganten und Diplomaten mischen in der medienwirksamen Wahrnehmung ihrer Chefs kr├Ąftig mit. Politische Karriere geht hier auf Kosten des privaten Empfindens - Familien zerbrechen angesichts des ├Âffentlichen Drucks.
    Ebensowenig, wie die Langobarden-Story f├╝r Telemanns Zeitgenossen als blo├čer Geschichtsunterricht diente, wird ┬╗Flavius Bertaridus┬ź also ausschlie├člich in die Vergangenheit der ┬╗333 Jahre┬ź blicken. Das ┬╗vern├╝nftige Feuer┬ź Telemanns, das ihm ein Zeitgenosse zuschrieb, leuchtet in diesem St├╝ck ganz besonders. Flavius selbst ist eindeutig Vertreter der Vernunft. ┬╗Kurz gesagt: Er ist eher Wasser- als Weintrinker┬ź, meint Jens-Daniel Herzog. ┬╗Mit seinem Regiment wird es zwar geordneter, aber ohne Zweifel auch weniger bunt und genussvoll als bei Grimoaldus.┬ź

    ┬╗Der Beyfall kluger Kenner┬ź
    Der Sieg der Moral ├╝ber ein destruktives System hatte im Hamburg des 18. Jahrhunderts auch einen weiteren Parabelcharakter: Das ┬╗rational-protestantische┬ź zeigt sich gegen├╝ber dem ┬╗barock-katholischen┬ź Handeln ├╝berlegen - das gefiel der pietistischen Ethik. Hatte die Oper doch ohnehin bei der Hamburger Geistlichkeit einen schweren Stand: Von der Kanzel wurde gegen die ┬╗heidnische Ergetzlichkeit┬ź des B├╝hnenspektakels gewettert. Als man die Theologen endlich befriedet hatte, br├Âckelte die Kaufmannsschicht und k├╝mmerte sich lieber ums Kontor als um die Kunst: Ein Gesch├Ąftsmann sitze nicht vier Stunden auf einem Fleck, hie├č es in einem Hamburg-Buch von 1759. Da war die G├Ąnsemarkt-Oper bereits geschlossen. Und Telemann hatte sich l├Ąngst dem Komponieren von Oratorien zugewendet. Mit ┬╗Flavius Bertaridus┬ź hatte er sein Publikum noch gefunden, doch wenige Jahre nach der Urauff├╝hrung schlitterte die G├Ąnsemarkt-Oper in die Krise. Telemann hatte vergeblich versucht, mit anspruchsvollen Werken gegen den verflachenden Publikumsgeschmack anzugehen.
    Im Jahr der ┬╗Flavius┬ź-Urauff├╝hrung feierte man das 50-j├Ąhrige Bestehen der Hamburger B├╝hne, und Telemann lie├č die personifizierte Oper als Allegorie singen: ┬╗Denn nur der Beyfall kluger Kenner / Und folglich Beystand hoher G├Ânner / In dieser Weltber├╝hmten Stadt / Die mich schon ├╝ber funfzig Jahren / In ihrem Scho├č erhalten hat, / Kan mich allein / Von meiner mir sonst fast bestimmten Todten-Bahr / Befrey'n.┬ź Der Appell an ┬╗Kenner┬ź und ┬╗G├Ânner┬ź, also an Bildung wie an Finanzen, macht klar: Oper war schon immer eine anspruchsvolle und teure Angelegenheit. Auf den europaweit einzigartigen Versuch, allen Schichten der Bev├Âlkerung den Opernbesuch zu erm├Âglichen, war das demokratische Hamburg zu Recht stolz: Selbst h├Âchste Monarchen wie Peter der Gro├če eilten in die Hansestadt, um sich vom Ruf der Hamburger Oper zu ├╝berzeugen. Mit unendlichem Flei├č k├Ąmpften Protagonisten wie Telemann, Keiser und Margaretha Susanna Kayser gegen widrige Umst├Ąnde.
    Die Beherztheit und Liebe, aber auch die k├╝nstlerische Kraft, mit der man damals wie heute f├╝r das Musiktheater streitet, beeindruckt. Im Jubil├Ąumsjahr der 333 Jahre ist die Premiere von ┬╗Flavius Bertaridus┬ź eine wunderbare Gelegenheit, sich von der gro├čen Tradition der Hamburger Oper aufs Neue fesseln zu lassen. Und dabei auch einem immer noch als ┬╗Vielschreiber┬ź diskreditierten Komponisten sp├Ąte Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Als Telemann 1767 im hohen Alter von 86 Jahren starb, trauerte das ganze musikalische Deutschland um ihn. In einem Beileidsschreiben an seinen Enkel lobte Kollege Johann Heinrich Rolle sein ┬╗g├Âttliches Genie┬ź, das die ┬╗Music aus der Finsterni├č herausgezogen und ihr einen ganz andern Schwung gegeben┬ź habe. 244 Jahre sp├Ąter bewundert die ┬╗S├╝ddeutsche Zeitung┬ź in ihrer ┬╗Flavius┬ź-Rezension an Telemanns Musik, dass sie ┬╗sehr viel moderner daher kommt als alles, was die gro├čen Zeitgenossen geschrieben haben. Weil Telemann das Individuum bereits viel ernster nimmt als Bach & Co.┬ź M├Âge das Hamburger Publikum nun die ber├╝ckende Sch├Ânheit und empfindsame Eleganz von Telemanns T├Ânen wiederentdecken!
    Text: Kerstin Sch├╝ssler-Bach