Staatsoper Hamburg

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»Opera piccola«

Oper für Kinder. Oper mit Kindern.
Moritz Eggert

Dr. Popels fiese Falle

Hauptdarsteller der Oper ist ihr eigener Komponist, Moritz Eggert. Bei ihm wird angefragt, ob er eine Kinderoper schreiben würde. Empört will er, weil er Kinder hasst, ablehnen. Die in Aussicht gestellte Gage stimmt ihn aber schnell um. Zusammen mit Frau Hauser, seiner Librettistin, beginnt er, Ideen für Musik und Geschichte zu sammeln, mit dem erklärten Ziel, aus einer Kinderoper einen "Kinderschrecken" zu machen. Und die Hauptfigur wird Komponist Eggert höchst selbst spielen: den fiesen Zauberer Dr. Popel, der den Kindern die Popel zieht, sie anschließend in Gartenzwerge verwandelt, um sie danach - zu verkaufen.

Im Mittelpunkt der Eggert-Hauser-Story steht der zehnjährige Junge Abú. In seiner Fantasie ist er Prinz Abú Schabú, der Großartige, wohnhaft in einem fabelhaften, riesigen Palast. Seine Schwester ist die PrinzessinOla Obelli. Die Wirklichkeit sieht alles andere als fantastisch aus: die Eltern der beiden können die Miete nicht mehr zahlen und sitzen auf gepackten Koffern: ihnen droht der Rauswurf. Der Vermieter inspiziert schon mal die freiwerdende Wohnung, ihm macht es Freude, Angst und Schrecken zu verbreiten - an seiner Seite assistierend: Hauser. Abú durchschaut das böse Spiel und entlarvt den Vermieter als Dr. Popel, als seinen eigenen Gegenspieler. Hilflos vor Angst muss Abú zusehen, wie Dr. Popel seine Mutter in eine Lampe verwandelt, den Vater in einen Trollgomoll - einen sklavischen Handlanger Popels. Ola kann rechtzeitig flüchten, bevor Popel und Hauser ihr fieses Spiel beginnen, nämlich Nachbarskinder anzulocken, sie gefangen zu nehmen, aus ihnen Gartenzwerge zu machen, um schließlich einen passenden Käufer zu suchen.

Ola kommt aus ihrem Versteck hervor und befreit ihren Bruder. Abú erinnert sich an einen Zauberspruch aus seinen Geschichten und ruft so nach Hilfe aus einer anderen Welt. Fritz heißt der Retter, er ist der Oberste Gigant und kommt zur Unterstützung aus dem Fernseher. Aus seiner Fernsehsendung bringt er eine Spritze mit einem Wahrheitsserum mit. Und dank seiner Schar unbezahlbarer Riesen schafft er es, den Vater zu befreien, ebenso wie die Kinder, doch da tauchen Dr. Popel und Hauser auf: Sie haben einen interessierten Käufer dabei.

Alle erstarren vor Schreck, nur Ola kann sich wieder verstecken. Doch der Handel platzt, denn der Käufer bekommt es mit der Angst zu tun: Die "Kinderware" ist ihm zu heiß. Popel ist außer sich vor Zorn, doch Ola behält den Überblick und rammt Hauser die Spritze mit dem Wahrheitsserum in den Po: Die Welt steht still. Hauser gesteht, dass alles, was sie erlebt haben, von ihr ausgedacht worden ist, sie hat die Geschichte geschrieben, eine wahre Falle.

Ola übernimmt die Federführung und beginnt eine eigene Kinderoper zu gestalten, die Kinder beginnen eine Revolution und die Trollgomolle wenden sich gegen ihren Meister. In die Enge getrieben, erwacht in Dr. Popel der Komponist Eggert. Seine Bemühungen, die Kinder zu einer Kooperation zu überreden, scheitern. Er wird wie Hauser zum Opfer seiner eigenen Geschichte. Zurück bleiben die befreiten Kinder.

Musikalische Leitung: Jobst Liebrecht / Adrian Kelly (17. + 18.2.)
Inszenierung: Michael Sturm
Bühnenbild: Matthias Engelmann
Kostüme: Kirsten Sindt
Unterstützt von der Nordmetall-Stiftung und Gruner +Jahr