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Sonntag 02.06.2013, 17:00 - 22:30 Uhr | Großes Haus

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Richard Wagner

Götterdämmerung

Einführung um 16.20 Uhr im Foyer 4. Rang

Sind die Götter noch zu retten, nachdem sich Wotan in sein eigenes Gesetzeswesen verstrickt und durch seinen Herrschaftsanspruch die Welt in ein Chaos aus Machtgier und Verbrechen verwandelt hat? Die erste Textversion der »Götterdämmerung«, die Wagner schon 1848 unter dem Titel »Siegfried's Tod« dichtete, endet noch mit Brünnhildes Ausruf »Nur einer herrsche, Allvater! Herrlicher! Du!«. In der endgültigen Fassung sorgt die Wotanstochter für das Ende der Götter, indem sie den brennenden Holzscheit in Walhalls Burg wirft und damit die Götterherrschaft auslöscht. »Göttergericht«, so hätte der Schluss der »Ring«-Tetralogie nach Wagners späterer Überzeugung eigentlich heißen müssen, um die Generalabrechnung mit vergangenem Unrecht zugunsten eines unbelasteten Neubeginns als Möglichkeit zu behaupten. Doch de facto bleibt nur eine einsame Frau übrig, die im Bekenntnis ihrer Liebe ihre Selbstachtung zurückgewinnen will und die letztlich wie alles andere von der Flut eines gewaltigen Orchesterstroms mitgerissen wird. Der Mythos, den Wagner als Welterklärungsmodell konzipiert hatte, wechselt seinen Aggregatzustand, den es immer wieder neu zu erforschen gilt.

Inszenierung: Claus Guth
Bühnenbild und Kostüme: Christian Schmidt
Licht: Michael Bauer

Es singt der Chor der Hamburgischen Staatsoper.

ZEIT-Stiftung

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Vorspiel
Im nächtlichen Dunkel erscheinen die Nornen und verkörpern düstere Ahnungen. Das Seil, das sie winden, um in die Zukunft zu blicken, reißt. Die Nornen verschwinden, als der Tag anbricht.

Siegfried drängt es zu neuen Taten. Er will Brünnhilde verlassen. Da sie ihn nicht daran hindern kann, bleibt ihr nur der Ring, den ihr Siegfried als Liebespfand hinterlässt.
Siegfried bricht in eine unbekannte Welt auf.

Erster Akt
Der Gibichungensohn Gunther genießt seinen Ruhm und seinen Wohlstand. Er und seine Schwester Gutrune leben zusammen mit ihrem Halbbruder Hagen, welcher der Sohn Alberichs ist. Von ihm müssen sie sich vorhalten lassen, unverheiratet zu sein. Hagen bringt Brünnhilde ins Gespräch, die eine veritable Braut für Gunther wäre. Da sie von einem Feuerzauber umgeben ist, den nur Siegfried durchbrechen kann, ist es Hagens Plan, Siegfried durch einen Zaubertrank an Gutrune zu binden und ihn so Brünnhilde für Gunther gewinnen zu lassen.
Als Siegfried bei den Gibichungen eintrifft, überwältigt ihn der Anblick Gutrunes so stark, dass er Brünnhilde vergisst. Er schließt Blutsbrüderschaft mit Gunther und bricht mit ihm unverzüglich auf, um mit Hilfe des Tarnhelms Brünnhilde für Gunther zu freien. Hagen bleibt zurück in der Gewissheit, dass Siegfried Gunther die Braut, ihm aber den Ring bringen wird, der die Herrschaft über die Welt garantiert.

Brünnhilde wird von ihrer Walküren-Schwester Waltraute aufgesucht. Sie berichtet von Wotans Resignation und seinem einzigen Wunsch, Brünnhilde möge den fluchbeladenen Ring an die Rheintöchter zurückgeben, um damit die Schuld der Götter zu sühnen. Doch Brünnhilde ist der Ring mehr wert als das Schicksal der Götter.
Nachdem Waltraute sie verlassen hat, erscheint Siegfried in Gestalt Gunthers. Er bezwingt Brünnhilde, die ihm als Gunthers Gemahlin folgen muss.


Zweiter Akt
Hagen erwartet Siegfrieds und Gunthers Rückkehr. Wie im Traum gemahnt ihn Alberich, den Ring zurückzugewinnen. Siegfried hat Brünnhilde an Gunther übergeben und ist dem Paar vorausgefahren, um Gutrune schnell wiederzusehen. Hagen heizt die Mannen auf, seinem Bruder und dessen Braut einen würdigen Empfang zu bereiten. Als Brünnhilde bei ihrer Ankunft Siegfried an der Seite Gutrunes sehen muss und wahrnimmt, wie er den Ring, den ihr der vermeintliche Gunther abgerungen hat, an sie weitergibt, gerät sie in Verwirrung. Sie bezichtigt Siegfried des Treuebruchs. Siegfried bekennt sich zu der Blutsbrüderschaft mit Gunther und führt zu seiner Verteidigung das Schwert Nothung an, das ihn in der Brautwerbenacht von Brünnhilde trennte. Hagen fordert ihn auf, seine Aussage zu beeiden. Brünnhilde beantwortet Siegfrieds Eid mit einem Gegeneid, den Siegfried herunterspielt. Er drängt darauf, mit den Hochzeitsvorbereitungen fortzufahren.
Brünnhilde und Gunther fühlen sich gedemütigt und fordern Sühne für Siegfrieds Verrat. Hagen bringt sie dazu, mit ihm einen Schwur auf Siegfrieds Tod zu leisten.

Dritter Akt
Siegfried hat sich auf der Jagd verirrt und begegnet den Rheintöchtern. Sie raten ihm, den Ring zurückzugeben, der seinen sicheren Tod bedeute. Siegfried will sich nicht einschüchtern lassen. Die Rheintöchter wenden sich von ihm ab und hoffen, bei Brünnhilde mehr Verständnis zu finden.

Siegfried findet zur Jagdgesellschaft zurück. Es beginnt ein großes Gelage, bei dem Hagen Siegfried auffordert, von seinen Heldentaten zu berichten. Siegfried erzählt von Mime, von dem Drachenkampf und dem Waldvögelein, das ihn zu Brünnhilde führte. Er wird sich seiner Schuld bewusst, Brünnhilde verlassen und verraten zu haben. Hagen tötet Siegfried, der sich im Sterben noch einmal der ersten Begegnung mit Brünnhilde erinnert.

Unruhig erwartet Gutrune die Rückkehr Siegfrieds. Hagen bringt ihr den Leichnam ihres Bräutigams, der angeblich einem wilden Eber zum Opfer gefallen sei. Doch Gutrune begreift, dass Siegfried ermordet wurde. Gunther weist die Schuld von sich und klagt Hagen an, der seine Tat als Rache für Siegfrieds Meineid verteidigt und Anspruch auf den Ring erhebt. Im Streit der beiden Halbbrüder um dieses Erbe tötet Hagen Gunther. Als er den Ring an sich reißen will, erfasst ihn eine Blockade. Brünnhilde rechnet ab mit den Göttern und gibt den Ring den Rheintöchtern zurück.
Ihre letzten Gedanken sind bei Siegfried.


Information:

Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
Preise: 4,- bis 89,- EUR


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