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Dienstag 22.01.2013, 19:00 - 22:10 Uhr | Großes Haus

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Gioachino Rossini

La Cenerentola

»La Cenerentola« ist Rossinis Version des »Aschenputtel« und eine der schönsten Belcanto-Opern überhaupt. Das Libretto stammt aus der Feder von Jacopo Ferretti, der sich auf zwei Vorlagen von Charles-Guillaume Etienne und Francesco Fiorini stützte. Im Gegensatz zur Märchenfassung der Brüder Grimm ersetzt Ferretti das Symbol des Schuhs durch einen Armreifen. Rossinis Musik bietet viele überraschende Momente: Er setzt rasche Parlandi und virtuose Ensembles ein und verbindet auf gekonnte Weise die tragischen und komischen Elemente der Handlung.

Inszenierung: Renaud Doucet
Bühnenbild und Kostüme: André Barbe
Licht: Guy Simard

In italienischer Sprache mit deutschen Übertexten
Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper

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1. Akt

1. Bild
Im Hause ihres Stiefvaters Don Magnifico muss Angelina, genannt Cenerentola, niedrige Arbeiten verrichten und wird von ihren Stiefschwestern Clorinda und Tisbe schikaniert. Ihr Lied von dem König, der sich bei der Wahl seiner Frau nicht von äußerem Glanz blenden lässt, wollen die beiden nicht hören. Der Regent Alidoro erscheint als Bettler verkleidet und bittet um Almosen. Er wird von Clorinda und Tisbe kalt abgewiesen. Nur Cenerentola empfindet Mitleid und gibt ihm heimlich Kaffee und etwas zu essen. Da erscheinen Abgesandte des nahegelegenen Hofes, um die Ankunft des Prinzen Ramiro zu melden, der sich, um seine Dynastie zu sichern auf Brautschau befindet. Diese Nachricht versetzt Clorinda und Tisbe in helle Aufregung. Don Magnifico wird unsanft aus einem Traum geweckt, den er für seine Töchter als glückliches Omen für den möglichen gesellschaftlichen Aufstieg deutet. Durch eine reiche Heirat seiner Töchter könnte er vor dem drohenden finanziellen Ruin gerettet werden. Alle drei ziehen sich zurück, um sich für die Ankunft des hohen Gastes umzukleiden. Geleitet von Alidoro erscheint Don Ramiro, der mit seinem Diener Dandini die Rollen getauscht hat. Zu dieser Verkleidung riet ihm sein weiser Regent, um ihn dadurch in die Lage zu versetzen, die Menschen unerkannt zu beobachten und ihren Charakter ungehindert von Stand und Namen kennenzulernen. Ramiro und Cenerentola begegnen sich und fühlen sich voneinander angezogen. In Begleitung der Hofleute erscheint Dandini als verkleideter Prinz. Er lädt die Familie offiziell in seinen Palast ein. Cenerentola bittet, mitgehen zu dürfen, wird aber von Magnifico schroff abgewiesen. Als Alidoro die dritte in seinem Verzeichnis registrierte Tochter des Hauses ebenfalls bei Hofe zu sehen wünscht, erklärt Don Magnifico kurzerhand, diese
sei tot.
Alle begeben sich auf das Fest. Cenerentola bleibt allein und verzweifelt zuück. Alidoro, der sich nur scheinbar den anderen angeschlossen hatte, gibt sich Cenerentola als derjenige zu erkennen, der sie zuvor als Bettler um ein Almosen gebeten hatte. Er tröstet sie, dass die ewige Gerechtigkeit auch ihr Los wenden werde, und nimmt sie mit zum Fest des Prinzen.

2. Bild
Auf dem Fest scheint alles nach den Wünschen Don Magnificos und seiner Töchter zu gehen. Dandini spielt den Gastgeber und bietet Don Magnifico die Stelle eines Hofkellermeisters an, falls er in der Lage sei, in kürzester Zeit dreißig Weinsorten zu probieren. Im Kampf um den vermeintlichen Prinzen überbieten Clorinda und Tisbe einander im Herausstreichen ihrer Vorzüge. Jede sieht sich bereits als zukünftige Prinzessin.

3. Bild
Don Magnifico probiert im fürstlichen Weinkeller über dreißig Weinsorten und diktiert im angetrunkenen Zustand einen strengen Erlass gegen Weinpanscherei.

4. Bild
Don Ramiro gelingt es in einem unbeobachteten Augenblick, Dandini nach seiner Meinung über die beiden Schwestern zu befragen. Die fällt sehr klar aus. Keine der beiden käme als Prinzgemahlin in Frage. Clorinda und Tisbe drängen sich dem falschen Prinzen auf und wollen wissen, welche von ihnen die Auserwählte sei und was nach der Entscheidung mit der Übriggebliebenen geschehen solle. Prinz Dandini schlägt vor, dass eine von den beiden den Diener heiraten solle. Empört weisen die Schwestern dieses Ansinnen zurück.

5. Bild
Eine geheimnisvoll maskierte Dame wird von Alidoro der Festgesellschaft präsentiert. Sie verspricht ihr Herz demjenigen, dem es nicht um äußerliche Dinge, sondern einzig um sie selbst geht. Als sie auf Bitten Dandinis die Maske abnimmt, stellen Don Magnifico und seine Töchter beunruhigt eine frappierende Ähnlichkeit mit Cenerentola fest. Dandini löst die allgemeine Verwirrung und bittet zu Tisch.


2. Akt

6. Bild
Don Magnificos Verdacht, von den Höflingen verspottet zu werden, wird von Clorinda und Tisbe zerstreut. Er malt sich die Annehmlichkeiten eines Lebens als künftiger Prinzenschwiegervater aus. Cenerentola flieht vor den Nachstellungen Dandinis. Don Ramiro belauscht, wie Cenerentola dem vermeintlichen Prinzen gesteht, in dessen Diener verliebt zu sein. In der Gewissheit seines Glückes tritt Ramiro aus seinem Versteck. Doch Cenerentola verabschiedet sich von ihm und übergibt ihm einen Armreif mit der Aufforderung, sie dort aufzusuchen, wo sie lebe. Bestärkt durch Alidoros Rat, nur der Stimme des Herzens zu folgen, beendet Ramiro den Rollentausch mit seinem Diener und schickt den herbeigerufenen Hofstaat aus, um sich auf die Suche nach der Geliebten zu machen. Dandini klärt Don Magnifico, der immer noch meint, den Prinzen vor sich zu haben, über seine wahre Identität auf. Fassungslos sieht Don Magnifico seinen Lebenstraum zusammenstürzen.

7. Bild
Cenerentola kehrt in das Haus Don Magnificos zurück. Als auch der Hausherr mit seinen Töchtern äußerst übel gelaunt und voller Bosheit gegen Cenerentola ­ eintrifft, scheint ihr elendes Leben erneut zu beginnen. Alle gehen zu Bett, während draußen ein Gewitter heraufzieht.

8. Bild
Während des Unwetters suchen Dandini und Ramiro unter dem Vorwand eines von Alidoro inszenierten Wagenunfalls in Don Magnificos Haus Zuflucht.

9. Bild
Don Ramiro gibt sich zum Entsetzen des Hausherrn als der wahre Prinz zu erkennen. Als er den Armreif sieht, den Cenerentola trägt, bittet er sie vor den Augen aller, seine Frau zu werden. Glücklich verlässt Cenerentola den Ort ihres bisherigen Elends. Die enttäuscht zurückgebliebenen Stiefschwestern müssen von Alidoro erfahren, dass ihnen nur die Wahl bleibt, ihre Tage im Elend zu verbringen oder die neue Prinzessin kniefällig um Gnade zu bitten.

10. Bild
Cenerentola zieht an der Seite des Prinzen bei Hofe ein und nimmt die Huldigung des Hofstaates entgegen. Als der Prinz Don Magnifico und seine Töchter für das an Cenerentola begangene Unrecht bestrafen will, bittet sie um Gnade für ihre Peiniger: Durch Cenerentolas Herrschaft sollen Macht und Tugend vereint sein: La bontà in trionfo.


Information:

Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
Preise: 4,- bis 79,- EUR


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