Zur mobilen Website wechseln
Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg Keyvisual


 
Giacomo Puccini

La Bohème

Letzte Aufführung
DO, 21.02.2013 19:30 Uhr


1. Bild
Wohnung der vier Bohémiens am Heiligabend

Beißende Kälte hält den Maler Marcello und den Dichter Rodolfo von der Arbeit an ihrer Kunst ab. Um wenigstens für einige Minuten nicht frieren zu müssen, will Marcello den letzten Stuhl als Brennmaterial verwenden. Rodolfo verhindert energisch dieses Vorhaben und opfert großzügig das Manuskript seines Dramas. Erfolglos kehrt der Philosoph Colline aus dem Pfandhaus zurück, wo er seine Bücher versetzen wollte.
Einzig der Musiker Schaunard hatte Erfolg. Er bringt überraschend Wein, Zigarren, Speisen und vor allem Geld mit. Ein spleeniger Engländer hatte ihn kurz zuvor fürstlich belohnt, in dem Glauben, dass er einen lästigen Papagei durch Geigenspiel zum Schweigen gebracht habe. Der Hausbesitzer Benoît platzt herein, um die längst fällige Miete zu kassieren. Es gelingt den Bohémiens, ihm das Geständnis seiner Seitensprünge zu entlocken. Unter dem Vorwand moralischer Entrüstung werfen sie ihn hinaus, ohne die Miete zu bezahlen. Marcello, Colline und Schaunard brechen auf ins Café Momus; Rodolfo bleibt noch kurz zurück, um einen Zeitungsartikel zu Ende zu schreiben. Mimì, die im selben Haus wohnt, nutzt diesen Augenblick, um bei Rodolfo anzuklopfen und ihn endlich kennen zu lernen. Sie bittet ihren Nachbarn um Feuer für ihre Kerze. Kaum hat sie das Zimmer verlassen, kehrt sie schon wieder zurück; sie hat ihren Schlüssel liegen gelassen. Rodolfo sorgt dafür, dass es im gesamten Zimmer dunkel wird. Nun sind beide gezwungen, in der Finsternis nach Mimìs Schlüssel zu suchen. Ihre Hände finden sich. Verliebt erzählen sie sich ihr Leben.
Rodolfo will Mimì überreden, bei ihm zu bleiben, doch sie möchte ihn und seine Freunde in deren Stammcafé begleiten.

2. Bild
Das Café Momus am selben Abend

Im weihnachtlichen Trubel drängen sich Marcello, Schaunard und Colline durch die Menge und geben den Rest von Schaunards Geld aus. Rodolfo kauft Mimì ein Häubchen und stellt sie seinen Freunden vor. Musetta, Marcellos ehemalige Freundin, erscheint mit ihrem reichen Verehrer Alcindoro. Sie bemüht sich mit allerlei Tricks, Marcellos Aufmerksamkeit zu erlangen. Marcello versucht sie zu ignorieren. Um endlich ihr Ziel zu erlangen, gibt Musetta vor, ihre Füße würden schmerzen. Sie schickt Alcindoro weg, ihr neue Schuhe zu kaufen. Marcello und Musetta versöhnen sich. Der Aufmarsch einer Musikkapelle erzeugt Unruhe und sorgt für ein allgemeines Durcheinander. Die Freunde können das Café unbemerkt verlassen. Der zurückbleibende Alcindoro muss die Rechnungen begleichen.


3. Bild
Zwei Monate später

Am frühen Morgen passieren Straßenkehrer, zwielichtige Gestalten, Händler und Polizisten die Barrière d'Enfer. Marcello und Musetta haben in einem nahe gelegenen Etablissement Quartier bezogen. Er bemalt die Wände, während Musetta für die Gäste singt. Mimì sucht Marcello auf und bittet ihn um Hilfe: Ihr Zusammenleben mit Rodolfo ist durch dessen Eifersucht unerträglich geworden. Marcello rät ihr, sich von Rodolfo zu trennen. Rodolfo kommt und erklärt Marcello, dass er sich von Mimì trennen wolle. Da Marcello seinen Beteuerungen, Mimì würde ihn betrügen, keinen Glauben schenkt, gesteht Rodolfo schließlich den wahren Grund ein: Er sei zu schwach, um bei der unheilbar Kranken zu bleiben. Mimì, die das Gespräch mit angehört hat, tritt aus ihrem Versteck hervor und will sich nun auch von sich aus endgültig von Rodolfo trennen. Beide nehmen sich vor, die Trennung auf das Frühjahr zu verschieben, während nun Musetta Marcello nach einem heftigen Streit verlässt.

4. Bild
In der Wohnung der vier Bohémiens,
einige Monate später

Vergeblich versuchen Rodolfo und Marcello, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Sie denken an die Zeit mit Musetta und Mimì und provozieren sich gegenseitig mit Geschichten über die Geliebte des anderen. Schaunard und Colline bringen das Abendessen, trockenes Brot, Wasser und einen Hering. Die trübselige Stimmung schlägt in Albernheit um. Auf dem Höhepunkt des ausgelassenen Treibens stürzt Musetta herein; langsam folgt ihr die todkranke Mimì. Sie hat ihren Liebhaber, einen reichen Grafen verlassen, um bei Rodolfo zu sterben. Musetta gibt ihren Schmuck Marcello, damit er von dem Erlös Medizin kaufen kann. Sie selbst will einen Muff für Mimì erwerben. Colline versetzt seinen Mantel, um dadurch ärztliche Hilfe zu ermöglichen. Die allein zurückbleibenden Liebenden erinnern sich noch einmal an die gemeinsam verbrachte Zeit. Als die Freunde zurückkehren, nimmt Mimì voller Freude den Muff in Empfang. Dann sinkt sie in den Todesschlaf.

Fotos: © Bernd Uhlig