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Staatsoper Hamburg

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Wolfgang Amadeus Mozart

Così fan tutte

Letzte Aufführung
DI, 19.02.2013 19:00 Uhr


ERSTER AUFZUG

Bei einer Zecherei nahe dem Komödienhaus geraten die beiden Offiziere Guglielmo und Ferrando mit ihrem Freund Don Alfonso in heftigen Streit über die Treue der Frauen im allgemeinen und die unwandelbare Beständigkeit ihrer beiden Bräute Fiordiligi und Dorabella im besonderen. Eine Wette soll die Klärung bringen: unter der Bedingung, dass Guglielmo und Ferrrando jede Anweisung bedingungslos ausführen, will ihnen Don Alfonso binnen eines Tages die Absurdität ihrer idealistischen Vorstellungen beweisen. Beide Parteien sind überzeugt, den Einsatz von hundert Zechinen zu gewinnen. Alfonso engagiert einige Komödianten für das Mitspielen in der Lektion, die er den Liebenden geben will.

Erster Wettgang: die beiden Schwestern, die in einem Sommerhaus nur mit ihrer Zofe Despina leben, erwarten morgens mit sehnsüchtiger Ungeduld ihre Geliebten. Als Don Alfonso ihnen verkündet, dass die Offiziere plötzlich ins Feld abberufen worden seien, schlägt ihr Glück jäh in Verzweiflung um. Unter Tränen und mit heißen Treueschwüren nehmen sie Abschied von Guglielmo und Ferrando, deren Spiel von den Komödianten unterstützt wird.

Zweiter Wettgang: Despinas Versuche, das Leid der Mädchen mit dem Hinweis auf andere Ablenkungen zu beschwichtigen, werden scharf zurückgewiesen. Gegen eine beträchtliche Bestechungssumme gewinnt Don Alfonso Despinas Unterstützung für seine Absicht, die beiden Offiziere als reiche Orientalen im Haus einzuführen. Ermutigt dadurch, dass Despina die Verkleidung nicht durchschaut, attackieren Guglielmo und Ferrando die Schwestern mit den freimütigsten Anträgen - jeder die Verlobte des anderen! Als sie aber abgewiesen
und schließlich allein gelassen werden, verlangen sie frohlockend die Wettsumme von Alfonso. Der aber verweist auf die noch nicht abgelaufene Frist.

Dritter Wettgang: von Despina stammt der Einfall, dass die beiden Orientalen sich aus Liebesschmerz zum Scheine vergiften sollen, um zunächst das Mitleid und dann die Sympathie der Mädchen zu erwirken. Fast gelingt der Plan. Als aber Despina in der Verkleidung eines Arztes die Scheintoten nach den Methoden Dr. Mesmers zu neuem Leben erweckt und diese dann zur Heilung Küsse von den Mädchen verlangen, entfliehen Fiordiligi und Dorabella aufgeregt.

ZWEITER AUFZUG

Vierter Wettgang: während der Siesta stichelt Despina die Neugier der Mädchen auf die Fremden mit immer neuen Mitteln und Argumenten an, bis diese sich zu einem gemeinsamen Spaziergang bereit erklären. Schließlich kann Dorabella dem werbenden Drängen des verkleideten Guglielmo nicht länger widerstehen. Da Fiordiligi aber standhaft blieb, hat Alfonso seine Wette erst zur Hälfte gewonnen. Ferrando ist über die Untreue seiner Dorabella ebenso betroffen wie über die Verführungskünste von Giuglielmo.

Fünfter Wettgang: um sich vor den Einflüsterungen Dorabellas und Despinas und vor den eigenen Anfechtungen zu retten, will Fiordiligi als Soldat verkleidet zu ihrem Verlobten ins Feld. Doch als Ferrando ihr entgegentritt, erliegt sie ihm nach langem Schwanken. Seinen enttäuschten und wütenden jungen Freunden hält Alfonso seine Philosophie entgegen: così fan tutte! Despina verkündet ihnen, dass die Damen zur Verlobung mit den Exoten bereit sind, und führt Ferrando und Guglielmo weg zu der von ihnen ungewünschten Fortsetzung des Spiels.

Sechster Wettgang: es wird tatsächlich so weit geführt, dass in einem von den Komödianten auf orientalische Art hergerichteten Fest die Mädchen die Ehekontrakte unterzeichnen, die ihnen die als Notar verkleidete Despina vorlegt. Doch bevor ihm die Zügel des Spiels endgültig entgleiten, gibt Alfonso das Zeichen, das die Realität wieder zurechtrücken soll: das Zeichen zur vermeintlichen Rückkehr der Offiziere.

Don Alfonso hat begriffen, dass es in einer solchen Wette keine Sieger und keine Verlierer geben darf. Wenn sich der Zorn der beiden Offiziere schließlich gegen Despina richtet, ist das am ehesten Ausdruck ihres erwachten schlechten Gewissens. Wer ist nun glücklicher nach dieser "Schule für Liebende?" Vielleicht die, die lernen wollen mit heiterem Sinn.

© Hamburgische Staatsoper